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Unsicherheit als neuer Standard

Executive Summary

Die Elektronikbeschaffung bewegt sich 2026 in einem Umfeld zunehmender Unsicherheit. Zwar entspricht die aktuelle Situation nicht der Allokationsphase der Jahre 2021–2023. Dennoch zeigen mehrere Entwicklungen sich verdichtende Risiken auf: geopolitische Spannungen, steigende Rohstoffpreise, mögliche Engpässe bei Memory-Komponenten aufgrund eines stark wachsenden Bedarfs an KI-Anwendungen, Defence, Energietechnik und – wieder erstarkt - Automotive. Gleichzeitig hat die Industrie ihre Lagerbestände reduziert, während der Ausbau von Halbleiterkapazitäten mehrere Quartale benötigt.

Die Lieferketten weisen heute grundsätzlich eine höhere Resilienz auf, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Diese wird etwa durch Diversifizierung, Investitionen in Halbleiterproduktion und bessere Frühwarnsysteme erreicht. Dennoch bleibt die Elektronik-Supply-Chain komplex und anfällig für kurzfristige Marktverwerfungen. Eine pauschale Einschätzung der Marktlage ist daher kaum möglich; vielmehr unterscheiden sich Risiken je nach Bauteilsegment erheblich.

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Bewertung der Nexperia Situation am Standort Dongguan (ATGD) – Stellungnahme des Netzwerk EMS

2025 10 23 Newsbild NexperiaDas Unternehmen Nexperia als wichtiger Zulieferer bei elektronischen Bauteilen berichtet über die aktuellen Herausforderungen in seinem Test- und Montagewerk Dongguan (ATGD) in China und informiert offen über die Risiken für Kunden und Partner. Aus Sicht des Netzwerk EMS e.V. ist die Kommunikation bemerkenswert klar und transparent:

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EMS und OEM trotzen gemeinsam(en) Allokationsängsten

Was getan werden kann – und muss

„Zuweisung von [begrenzten; Anm.] Gütern und Ressour- cen, bezogen auf Personen und/oder Produktionsprozesse.“

So beschreibt das Gabler Wirtschaftslexikon den Begriff Allokation und Avishai Merghalim beschreibt dies mit zwei Phasen – die Ressourcen müssen irgendwo her- kommen und irgendwo hingehen.

Sehr viel verdächtiger wird einem die Definition, wenn man die letzten Jahre beruflich in einer Elektronik-nahen Sparte zugebracht hat. So sind dem geneigten EMSler und OEMler die Ausprägungen dieser Theorie vor allem als Chip- oder Halbleiterkrise bekannt, die Organisationen rund um den Erdball von 2021 bis Mitte 2023 im Atem gehalten hat. Zeiten, in denen teils extreme Zusatzkosten in die Bauteil- beschaffung fließen mussten, in denen das Working Capital bis an die Grenze strapaziert und Kunden vertröstet werden mussten. Zeiten enormer Umsätze – und mittlerweile hoher Lagerbestände.

Glücklicherweise können wir heute, im Sommer 2024, fest- stellen:
Die Allokation – und der damit einhergehende Bullwhip- Effekt - ist ausgestanden! Endlich. Oder etwa doch nicht?

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Der „Bullwhip“ oder „Peitschen“-Effekt im Supply-Chain-Management - und was dagegen getan werden kann

Der „Bullwhip“ oder „Peitschen“-Effekt beschreibt eines der zentralsten und vermutlich populärsten Probleme des Supply-Chain-Managements: Eine tatsächliche Nachfrage wird entlang der Lieferkette nicht linear weitergegeben, sondern unterliegt vom Endverbraucher bis hin zum Hersteller zunehmenden Schwankungen. Dieses in den 1990er Jahren von Procter und Gamble beschriebene Phänomen wird u.a. durch Engpässe verstärkt. Die Herausforderung steigt mit der Anzahl an Engpässen. Dieses unerwünschte Phänomen macht aktuell vor kaum einer Branche halt und zerrüttet Lieferketten von der Papier- über die Kunststoff- bis hin zu Metallindustrie. Und auch die Elektronikindustrie wird im Rahmen der Beschaffung von Elektronikbauteilen von einer noch nie dagewesenen Verknappung geplagt.

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