Unsicherheit als neuer Standard
Executive Summary
Die Elektronikbeschaffung bewegt sich 2026 in einem Umfeld zunehmender Unsicherheit. Zwar entspricht die aktuelle Situation nicht der Allokationsphase der Jahre 2021–2023. Dennoch zeigen mehrere Entwicklungen sich verdichtende Risiken auf: geopolitische Spannungen, steigende Rohstoffpreise, mögliche Engpässe bei Memory-Komponenten aufgrund eines stark wachsenden Bedarfs an KI-Anwendungen, Defence, Energietechnik und – wieder erstarkt - Automotive. Gleichzeitig hat die Industrie ihre Lagerbestände reduziert, während der Ausbau von Halbleiterkapazitäten mehrere Quartale benötigt.
Die Lieferketten weisen heute grundsätzlich eine höhere Resilienz auf, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Diese wird etwa durch Diversifizierung, Investitionen in Halbleiterproduktion und bessere Frühwarnsysteme erreicht. Dennoch bleibt die Elektronik-Supply-Chain komplex und anfällig für kurzfristige Marktverwerfungen. Eine pauschale Einschätzung der Marktlage ist daher kaum möglich; vielmehr unterscheiden sich Risiken je nach Bauteilsegment erheblich.
Das Unternehmen Nexperia als wichtiger Zulieferer bei elektronischen Bauteilen berichtet über die aktuellen Herausforderungen in seinem Test- und Montagewerk Dongguan (ATGD) in China und informiert offen über die Risiken für Kunden und Partner. Aus Sicht des Netzwerk EMS e.V. ist die Kommunikation bemerkenswert klar und transparent: